Sieger suchen Siegertypen: Technologiezentren fördern High Potentials  

Ausgezeichnetes Projekt: Sieg im Wettbewerb "Gründung.NRW"
Der Start ist bereits vielsprechend: der Gewinn beim Wettbewerb „Gründung.NRW“. Vier Technologiezentren aus Bergisch Gladbach, Gummersbach, Hürth und Köln reichten ein gemeinsames Projektkonzept zur Förderung und Gründung Technologie orientierter Unternehmen ein. NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Regierungspräsidentin Gisela Walsken gratulierten den Projektbeteiligten am 16.11.2010 persönlich. 

Das Neue dabei ist die Konzentration auf sogenannte High Potentials, besonders erfolgversprechende Unternehmungen. Die gängige Gründungsberatung bewertet im Wesentlichen die Geschäftsidee. In diesem Projekt wird mindestens genauso viel Aufmerksamkeit der Persönlichkeit und Motivation gewidmet. Wie im Leistungssport gibt es dabei, nach Analyse der Stärken und Schwächen, ein spezielles und individuelles Coaching für die Firmengründer und Firmengründerinnen.

„Wir versprechen uns davon schnellere und vor allem nachhaltig erfolgreichere Unternehmen“, so Stefan Dürselen, Geschäftsführer im Rheinisch-Bergischen TechnologieZentrum (RBTZ)  – die Jury des landesweiten Wettbewerbs überzeugten sie auf jeden Fall. Der erste Lohn ist die Finanzierung des Projektes in Höhe von über 400.000 Euro für die nächsten drei Jahre.

Vorbilder Elite-Universitäten und  Leistungssport
„Was motiviert den Menschen zu Höchstleistungen?“ Diese Frage steht am Anfang des Projekts  Technologie orientierte Unternehmen im Rheinland – High Potentials“ (ToUR HiPos). Susanne Roll, Geschäftsführerin des Gründer- und TechnologieCentrums  Gummersbach (GTC), beobachtete schon länger, wie in anderen Bereichen besondere Talente gefördert werden, ob im Leistungssport oder auch beim amerikanischen Modell von Wirtschaftsförderung mit einer sehr intensiven Begleitung. Gemeinsam mit ihren drei Kollegen aus Bergisch Gladbach, Hürth und Köln und unterstützt von Gründungsexpertin Anke Nägele aus Solingen konzipierte sie „ToUR HiPos“, die Suche und Förderung herausragender Ideen und Menschen.

Schon die aktive Suche solcher Talente an Hochschulen und in Unternehmen ist eine Aufgabe, die die normalen Ressourcen von Technologiezentren und  Wirtschaftsförderungen überschreitet. Mit Hilfe der Finanzierung aus dem EU-NRW Ziel 2-Programm EFRE (Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung 2007-2013) sind die vier Technologiezentren dazu jetzt in der Lage. Bei ToUR HiPos schließt sich im nächsten Schritt  die Selektion an: In einem eigens entwickelten  IT-gestützten Rating werden die Innovation, Fähigkeiten und Kenntnisse, Persönlichkeit, Motivationsfaktoren und Handlungskompetenzen analysiert.

Mit diesem System trainierte zum Beispiel der Gewichtheber Matthias Steiner vor seinem Olympiasieg. Die herausragenden Projekte, bezeichnet als „Gazellengründungen“, kommen schließlich in den Genuss einer besonders engen Begleitung mit Coaching und Persönlichkeitstrainings. Extra dafür haben sich mehrere Mitarbeiter der Technologiezentren zu Reiss-Profil-Mastern ausbilden lassen. Außerdem suchen diese Coaches Partner für die jungen Unternehmen, passend zu deren Persönlichkeitsstruktur. So können Schwächen gezielt aufgefangen und das Wachstum der Start-ups beschleunigt werden.

Insgesamt sollen in den vier Technologiezentren circa 150 High Potentials identifiziert werden und die Persönlichkeitsanalyse nach Reiss durchlaufen. Der Erfolg dieses ganzheitlichen Ansatzes wird über die gesamte Projektzeit kontrolliert und ausgewertet. „Unser Ziel ist es, dieses System in den nächsten drei Jahren zu testen und weiter zu entwickeln, so dass es am Ende ausgereift ist und flächendeckend eingesetzt werden kann“, so Stefan Dürselen. Dann könnte ein neues Modell der „Inkubation“ entstehen, von dem ganz NRW profitiert – mit mehr Innovationen, Gründungen und Wachstum.

Mehr Informationen: http://www.gipfelstürmer-gesucht.de/
 
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